Die Meditation von Christus

Weißt du, wie Christus meditierte? Er verlor sich selbst in Liebe. Das Liebevolle Bewusstsein ist die vollkommene Meditation, die Meditation des Göttlichen im Menschen. Christus liebte alle, auch die Menschen, die ihn gekreuzigt haben. Es ist Zeit, dass wir lernen, wie Christus zu meditieren: mit Gottesbewusstsein im Herzen, mit überfließender Liebe.

Meditate like Christ (Krishna Das)

Werbeanzeigen

Der Weg des Aufstiegs

Es gibt nur einen Weg, den alle Lehrer der Wahrheit gelehrt haben: die immer tiefere und tiefere Hingabe an das Licht, die immer größere und größere Herzensöffnung. Alle Herausforderungen dieser Welt sind eine Einladung, tiefer zu gehen und das Licht klarer und machtvoller, als jemals zuvor zu kristallisieren. Wir haben keine andere Wahl. Entweder bewegen wir uns aufwärts (der Weg des Aufstiegs: zur Wahrheit, Schönheit, Güte, Erleuchtung, Licht & Leben, letztendlich zum „Paradies“ und „Himmelreich“) oder wir wählen den absteigenden Weg (Angst, Negativität, Hass, Hässlichkeit, Dunkelheit & Tod, letztendlich die Hölle) in jedem Augenblick – immer Hier und Jetzt – wählen wir unsren Weg und diese Wahl hat nicht nur Konsequenzen für unser eigenes Leben, sondern für das ganze Universum. Jeder Moment der Liebe und des Lichts strahlt aus in das Universum und bringt alle Dinge dem Göttlichen näher. Das Universum erinnert sich an alle erleuchteten Seelen und jeden heiligen Augenblick, den sie miteinander teilen. Keine Bemühung um das Wahre, Gute und Schöne ist jemals vergeblich gewesen …

“Strive to become the true human being:
one who knows love, one who knows pain.
Be full, be humble, be utterly silent,
be the bowl of wine passed from hand to hand.
(Al-Ansari)”
― Llewellyn Vaughan-Lee, Travelling the Path of Love: Sayings of Sufi Masters

Wir Menschen tragen in uns das Potenzial, um reife menschliche Wesen zu werden und diese Vervollkommnung zu reflektieren. Wir können sie erkennen im Leben und der Lehre der Meister und Propheten, Weisen und Heiligen aller Zeiten. Immer wieder sind Einzelne diesen Weg der Selbstwerdung gegangen und haben ganze Zivilisationen mit ihren Licht-Impulsen belebt und genährt. Sie sind das unbestreitbare “Licht der Welt” und das “Salz der Erde”. Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere. Selbst eine schlechte Zeit kann zu einer guten Zeit werden, wenn wir sie mit einem wachen und lebendigen Herzen bewohnen, denn die Zeiten sind immer nur so gut oder schlecht, wie die Menschen, die in ihr leben. Das Herz ist der archimedische Punkt, um den alles kreist und von dem alles abhängt.  Wenn das Herz vom göttlichen Licht erfüllt ist, dann wird jede Zeit zu einem Goldenen Zeitalter und jeder Ort zu einem heiligen Tempel. 

54517933_641541356303974_3671790094223671296_o.jpg

Blau bin ich, vom Azurblau der Unendlichkeit….

Eine spontane Antwort auf das Gedicht von Aşık Daimi.

***

Wer bin ich?
Christ, Jude, Muslim …
Oder einfach nur Mensch
Wellenwoge im Ozean meines Herrn.
Blaue Seelenperle
in den Händen meines Schöpfers,
Blau bin ich, vom Azurblau der Unendlichkeit,
nur der Himmelsklang des Geliebten bin ich,

Regenschauer,
Regenschauer,
Regenschauer.

Ich will mich nur öffnen und weiten
für das Mysterium des Lebens,
welches alle Worte übersteigt.
Gläubig ist jener,
der sich selbst vergisst
im Lied seines Herrn:
wie ein goldenes Blatt im Wind,
der Ewigkeit anvertraut.
Heimat ist überall und nirgendwo,
wenn du ein Freund Gottes bist.
Du bist ein Fluss,
der zwischen allem und nichts fließt:
das ganze Leben ist eine

Reise,
Reise,
Reise,

vom Geliebten und zu ihm zurück.
Was gibt es darüber hinaus zu sagen,
wenn Stille die göttliche Sprache ist?
Ich bin nur dieses Nichts namens Mensch
in dem sich das Universum spiegelt.
So schweige ich lieber
und lasse das Universum sprechen.

Allah Hu,
Allah Hu,
Allah Hu …

53831b56242e6d0e310a60394061c2de

Ich bin der Spiegel des Universums

Ich bin der Spiegel des Universums

Ich bin der Spiegel des Universums
Denn ich bin ein Mensch.

Ich bin der Ozean der Wahrheit
Denn ich bin ein Mensch.

Der Mensch und die Wahrheit sind Eins
Was du suchst, findest du im Menschen

Der Mensch besteht aus Erkenntnissen
Denn ich bin ein Mensch.

Ich könnte die Thora schreiben
Die Bibel könnte ich in Verse fassen
Den verborgenen Gehalt des Koran erfühle ich
Denn ich bin ein Mensch.

Ich, Daimi bin ein Trümmerhaufen
Ich bin die Erde unter den Füßen
Ich bin ein Instrument, durch dessen Klang Gottes Liebe auf tönt.
Denn ich bin ein Mensch.

~ Aşık Daimi (1932-1983), alevitischer Dichter

cropped-02ef39f447568f4ed99797429faee1d4.jpg

 

 

Sufi Music, Celtic Music

Eine spannende Idee: die Verbindung von keltischer Musik mit Sufi-Musik von Yasmeen Amina Olya 🙂 Möge sie noch viel wunderbare Musik machen. Gott ist schön und er liebt die Schönheit! http://www.yasmeensong.com/ Yasmeen singt in einer intuitiven Sprache und geht den spirituellen Weg des Sufismus.

Hier erklärt sie ihre Musik und Kunst.

 

Die Umweltkrise ist eine spirituelle Krise

Diejenigen, die versuchen Religion und Leben zu trennen, sind weit abgeirrt von dem geraden Weg, der Lebensweise im Einklang mit der wahren Natur der Realität. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass sich der moderne Mensch von der gottgegebenen ursprünglichen Natur (fiṭra) entfernt hat.  Möglicherweise können die Probleme der Moderne nur gelöst werden, wenn wir zu diesem Fehler am Anfang der Rechnung zurückkehren und ihn berichtigen, sodass wir wieder ein Gleichgewicht zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen, dem säkularen und dem sakralen Leben erlangen, wie es im Bild vom Lebensbaum und dem Garten Eden sichtbar wird. Viele Menschen fühlen den Schmerz unserer Not leidenden Erde, aber wir werden sie nur schützen und bewahren können, wenn es einen grundlegenden Bewusstseins- und Wertewandel gibt. Spiritualität und Ökologie gehen dabei Hand in Hand.

„Wer wirklich hinschaut, was mit unserer Erde geschieht – und es fällt schwer, sich anzusehen, was mit unserem Wasser, unserer Luft, unseren Bäumen und allen anderen Mitgeschöpfen auf dieser Erde geschieht –, dem wird eines klar: Es ist nahezu unmöglich, uns diesen enormen vor uns liegenden Aufgaben zu stellen, es sei denn, wir sind verwurzelt in einer spirituellen Praxis, die das Leben als heilig ehrt und uns dazu ermuntert, in freudiger Gemeinschaft mit allen Mitgeschöpfen zu leben.“
~ Joanna Macy, Das Ergrünen des Selbst

Mit anderen Worten: es ist an der Zeit Religion und Ökologie zu einer spirituellen Ökologie zu verbinden, denn die Umweltkrise ist eine spirituelle Krise. Die spirituelle Ökologie geht davon aus, dass es einen inneren Zusammenhang von Geist, Natur und Mensch gibt. Nur wenn wir uns an die Heiligkeit der Natur erinnern, uns wieder bewusst mit der Weltseele (anima mundi) verbinden, können wir die ökologische Krise überwinden. Das Seelenheil des Menschen und der Naturschutz sind unzertrennlich miteinander verbunden, denn die Erde ist die Mutter allen Lebens, ein heiliger, atmender und pulsierender Organismus, ein Teil der lebendigen Einheit, der wir angehören.  Es gibt kein Wohlergehen der Seele ohne das Wohlergehen der Erde und vice versa. Die Menschheit steht nun vor der Wahl den Kreislauf der gegenseitigen Zerstörung, die Spirale der Negativität fortzuführen oder eine radikale Umkehr zu vollziehen, wie es beispielsweise Eckhart Tolle in seinem Buch Eine Neue Erde (Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung)   formuliert.

„Ein weiterer Aspekt der kollektiven Funktionsstörung, an der die Menschheit krankt, ist die beispiellose Gewalt von Menschen gegenüber anderen Lebensformen und der Erde selbst – die Zerstörung Sauerstoff produzierender Wälder und anderer Vertreter der Fauna und Flora, die Tierquälerei in der industriellen Landwirtschaft, die Vergiftung der Flüsse und Meere und die Verschmutzung der Luft. Von Gier getrieben und ohne ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Ganzen, bleiben die Menschen beharrlich bei einem Verhalten, das nur in ihre eigene Vernichtung führen kann (wenn ihm nicht Einhalt geboten wird.“ (Eckhart Tolle, Eine Neue Erde, S. 22)

 

Der katholische Theologe und Kulturhistoriker Thomas Berry schreibt: „Wir stehen vor einer einzigen Aufgabe: Überleben. Es geht nicht nur um das physische Überleben, sondern das Überleben in einer erfüllten Welt, das Überleben in einer lebendigen Welt, in der die Veilchen im Frühling blühen, in der die Sterne geheimnisvoll auf uns herabscheinen, es geht um das Überleben in einer sinnerfüllten Welt.“  (Thomas Berry, Spiritual Ecology, Kapitel 2) die ökologische Krise ist nicht nur ein äußeres Problem, denn sie verweist auf ein sehr viel tieferes Problem: eine Erkrankung des Herzens. Politische Programme werden darum nicht genug sein. Wir werden nicht vorbei kommen an einer schonungslosen, wahrheitsgemäßen Betrachtung der Symptome dieser geistigen Erkrankung des Herzens, um dem Patienten – der ganzen Menschheit – die passende „Medizin des Herzens“ verabreichen zu können. Hier geht es um nichts geringeres, als einen Prozess der Umkehr, den die Sufis Tauba nennen (ein „neues Ausrichten des Herzens“, „ein spirituelles Erwachen“) etymologisch ist der Begriff Tauba verwandt mit dem hebräischen Wort tešûbah (תשובה), das im Judentum in etwa die gleiche Bedeutung hat („sich wenden, zurückkehren, sich bekehren, sich zuwenden“) und im Neuen Testament finden wir den Begriff der metanoia (μετάνοια)
womit eine Umkehr des Denkens und eine Neuorientierung in der Seinsweise gemeint ist.

„Ich glaube, die größte Gefahr, der wir heute gegenüberstehen, ist der Verfall des Ökosystems, von dem unser Leben abhängt. Die Lebenssysteme, die uns tragen, lösen sich auf. Arten sterben unvorstellbar schnell aus und das ist kein Zufall. Es ist das Resultat unsres Lebensstils.“ (Pir Zia Inayat Khan)

Wie viel mehr Zeichen benötigen wir, damit wir unsren Lebensstil überdenken? Tauba ist allerdings nicht nur eine Umkehr des Menschen zu Gott, sondern gleichzeitig die gnadenvolle und segensreiche Hinwendung Gottes zu den Menschen. Es gibt also eine Korrelation zwischen menschlicher und göttlicher Tauba. So heißt es explizit in Sure 5:39: „Wer nach seiner Unrechtstat umkehrt (tāba) und sich bessert, dem wendet sich auch Gott gnädig wieder zu (innā Llāha yatūbu ʿalaihi).“ – wenn der Mensch umkehrt, so kann er jederzeit die göttliche Gnade erwarten, da der Unendliche Eine Schöpfer der Sich-Gnädig-Zuwendende (at-tauwāb) und Barmherzige (ar-raḥīm) ist. Da einer der göttlichen Namen tauwāb ist, bedeutet das, dass der Schöpfer immer wieder bereit ist, sich den Menschen gnädig zuzuwenden und ihre Umkehr anzunehmen. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Wenn uns die großen sakralen Traditionen der Menschheit eines lehren, dann dies: Wiedergutmachung, Heilung, Vergebung, die Wiederherstellung der inneren und äußeren Gesundheit und Harmonie ist möglich.

Literaturempfehlungen:

* Thomas Berry, Dreamer of the Earth: The Spiritual Ecology of the Father of Environmentalism

*Spirituelle Ökologie: Der Ruf der Erde

*Purification of the Heart: Signs, Symptoms and Cures of the Spiritual Diseases of the Heart (Hamza Yusuf)

*Medizin des Herzens: 99 Heilungswege der Sufis

*Das Wilde und das Heilige: The Great Work – Unser Weg in die Zukunft

*The Sacred Universe: Earth, Spirituality, and Religion in the Twenty-First Century

#Gedanke: Jesus, Archetyp des Magiers

Wunderbar gesagt 🙂

hagenunterwegs

„Jesus (Chritus) ist ein klassischer (Archetyp) Magier,
besonders in der Bergpredigt und in seinen Gleichnissen.

Dogmatiker und Exegeten wissen nicht,
was sie damit anfangen sollen,
weil man daraus kein Dogma machen kann.

Jesus ist viel mehr Magier oder Schamane
als Theologe oder Prediger
einer institutionalisierten Religion.

Er benennt die Realität,
er treibt die Dämonen und das Dunkle aus,
er weist auf das Licht
und feiert es.“

(Richard Rohr)

Ursprünglichen Post anzeigen