Die göttliche Einheit allen Lebens

“Die klassische Sufi Tradition betont sehr stark die göttliche Einheit allen Lebens (tawhid genannt). In dieser Sichtweise, die von Rumi, Ibn Arabi und vielen anderen geteilt – und durch eine Interpretation des Korans selbst gerechtfertigt wird-, kam die ganze Schöpfung ins Sein, um die grenzenlosen, heiligen Eigenschaften durch alle Wesen zum Ausdruck zu bringen. Insbesondere erschuf Gott den Menschen als einen Spiegel, der die Gesamtheit des Göttlichen enthalten und spiegeln könne, einschließlich des ganzen Bewusstseins der Natur und des Universums. Das bedeutet nach Ansicht der Sufis, ein ganzer Mensch zu sein. (S. 20)”
― Neil Douglas-Klotz, Sufibuch des Lebens • 99 Meditationen der Liebe

Das Herz von Buddhas Lehre

“Silence is the Buddha‘s greatest expression. It‘s the Buddha‘s great teaching, what the Hindus call „You are That“ in the Upanishads. „You are the ultimate reality. You are God!“ the Hindus boldly declare. But the Buddha‘s way of affirming that fact is by being silent, because if you are that, after all, if you are what the theists think is God, you already know it yourself. (p. 15)”

― Robert A.F. Thurman, The Jewel Tree of Tibet: The Enlightenment Engine of Tibetan Buddhism

Life of the Buddha_1

Das Einzige Sein

„Der Gott der Sufis ist ein Gott aller Glaubensrichtungen und ein Gott für alle Menschen. Im Namen sehen die Sufis keine Unterschiede – Allah, Gott, Dieu, Khuda oder Bhagwan. Diese Namen und noch viele mehr sind die Namen des Gottes der Sufis, und doch ist Gott für die Sufis erhaben über jegliche Einschränkung durch Namen. Die Sufis sehen Gott in der Sonne, im Feuer, in Idolen, die von verschiedenen Sekten verehrt werden. Sufis erkennen Gott in allen Formen und Gestalten des Universums und wissen zugleich, das Gott über jeglicher Form steht. Gott ist in allem, und alles ist in Gott. Gott ist das Sichtbare und das Unsichtbare, das Einzige Sein. Gott ist für die Sufis nicht Inhalt einer aufgezwungenen religiösen Überzeugung, sondern das höchste Ideal, das der menschliche Geist erfassen kann.

Die Sufis vergessen ihr Selbst und streben danach, ihr göttliches Ideal zu erreichen. Sie sind ständig während ihres ganzen Lebens auf dem Weg der Liebe und des Lichts. In Gott sehen sie die Vollkommenheit von allem, das in Reichweite der menschlichen Wahrnehmung liegt, und wissen zugleich, dass Gott jenseits der Reichweite des Menschen steht. Die Sufis schauen auf Gott, wie Liebende auf ihre Geliebte schauen. Sie betrachten alle Dinge im Leben als von Gott kommend und nehmen sie in vollkommener Ergebung an. Die heiligen Namen Gottes sind für die Sufis wie Medizin für Patienten. Der Gedanke an Gott ist ihr Kompass, mit dem sie ihr Schiff an das Ufer der Unsterblichkeit steuern.“ (Die Sufi-Botschaft von Hazrat Inayat Khan S. 18)