Der ursprüngliche Mensch

„Der ursprüngliche Mensch wusste aus sich selbst, dass es Gott gibt; der gefallene Mensch weiß das nicht, er muss es lernen. Der ursprüngliche Mensch war sich stets Gottes bewusst; der gefallene Mensch muss sich – selbst wenn er gelernt hat, dass es Gott gibt – dazu zwingen, sich Gottes bewusst zu sein. Der ursprüngliche Mensch liebte Gott mehr als die Welt; der gefallene Mensch liebt die Welt mehr als Gott, er muss sich daher in Verzicht üben. Der ursprüngliche Mensch sah Gott überall, er hatte den Sinn für die Urbilder und das Wesentliche und war nicht eingeschlossen in den Gegensatz „Fleisch oder Geist“; der gefallene Mensch sieht Gott nirgendwo, er sieht nur die Welt als solche, nicht als Kundgabe Gottes. Ursprünglichkeit: das ist die Fitrah der Sufis: die wesentliche und maßgebliche menschliche Natur, geschaffen nach dem Bilde Gottes; und aus dem gleichen Grunde ist sie die Intelligenz an sich, Ausstrahlung des göttlichen Bewusstseins. Denn „Ich war ein verborgener Schatz, und Ich wollte erkannt werden, deshalb erschuf Ich die Welt“; und damit den menschlichen Geist.“ ~ Wurzeln des Menschseins von Frithjof Schuon

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Die Botschaft der Sterne

“Ein Mensch, der in die Einsamkeit gehen will, muß sich von seiner Wohnstube ebenso weit entfernen wie von der Gesellschaft. Ich bin nicht allein, während ich lese und schreibe, obschon niemand bei mir ist. Aber wenn ein Mensch allein sein will, laß ihn zu den Sternen aufblicken. Die Strahlen, die aus jenen himmlischen Welten kommen, werden ihn absondern von allem, was er berührt. Man möchte denken, die Atmosphäre wäre deshalb durchsichtig gemacht worden, damit dem Menschen in den himmlischen Körpern die immerwährende Gegenwart des Erhabenen gegeben sei. Aus den Straßen der Städte gesehen, wie großartig sind sie! Wenn die Sterne in tausend Jahren nur in einer einzigen Nacht erschienen, wie würden die Menschen glauben und bezeugen und durch viele Generationen die Erinnerung an die Gottesstadt bewahren, die sie erblicken durften! Aber diese Boten der Schönheit erscheinen jede Nacht und erleuchten das Universum mit ihrem mahnenden Lächeln. ”

― Ralph Waldo Emerson, Nature and Selected Essays

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