Die Seele der Welt singt immer noch

… und die Seele der Welt, die Anima Mundi, singt immer noch, trotz der Vergesslichkeit der Menschen… sie singt immerzu und lobpreist den Herrn. Sei still und lausche…  die Melodie des Windes,  die Bewegung der Sonne und Sterne, die Gezeiten des Meeres, das Rauschen des Waldes, berührt vom Atemhauch der Ewigkeit, … alle Dinge erzählen nur von Ihm, dem Geliebten…

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Das klare und ewige Licht der glückseligen Existenz

Jeder Moment der Kommunikation ist eine Bewusstseinserweiterung.  Wenn der Mensch mit Gott kommuniziert, dann wird seine innere Schau unendlich erweitert und grenzenlos ausgedehnt. Bis sie schließlich das ganze Universum in liebevoller Hingabe und Anbetung umfasst. Das Gebet ist eine spirituelle Technologie, welche das Herz des Menschen mit dem Licht des Gottesbewusstseins erfüllt und ernährt. Wenn das Gebet den Menschen nicht öffnet und weitet, dann ist es kein wahres Gebet. Die Meister des Gebets sind die Meister der Herzens-Öffnung. Darum betet Moses im Koran: Herr mache mir Raum in meiner engen Brust. 

Eng und begrenzt ist der Mensch, wo er Gott vergisst. Groß und weit ist er, wo er sich an Ihn erinnert. Denn wenn wir uns an Gott erinnern, dann erinnern wir uns gleichzeitig an unser Wahres Selbst, unsre innere Größe und machtvollen Seelenklang.  Jedes Gebet öffnet uns ein bisschen mehr dem Licht und transformiert den Menschen in einen Lichtmenschen. Vom Licht kommen wir und zum Licht kehren wir zurück. Wenn wir so leben, dass unser ganzes Leben ein einziges großes Gebet ist, welches alle Dinge und Wesen umfasst, alle Welten und Dimensionen, alle Stufen der Manifestation, ein allumfassendes Bewusstsein, dann haben wir wahre Meisterschaft erlangt, das klare und ewige Licht der glückseligen Existenz. 

Seeds of Contemplation: „Ich möchte beten wie Moses im Koran: Herr mache mir Raum im meiner engen Brust.“ Goethe, Brief an J. G. Herder aus Wetzlar, Juli 1772

„… was die Welt / Im Innersten zusammenhält …“ (Faust I)

Der Mystiker trägt heute nicht nur das göttliche Licht, sondern auch den Schatten einer Welt, die Gott vergessen hat.  Wir leben in einer Welt, die vergessen hat, dass sie geliebt wird. Denn Gott ist der Geliebte, die unendliche Liebe, welche die Welt trägt und erhält. Die Welt fällt auseinander, weil sie das einzig Notwendige vergessen hat:  das „… was die Welt / Im Innersten zusammenhält …“ (Faust I) was ist die wichtigste Botschaft des Mystikers an die Welt? Vielleicht dies: hüte das Feuer. Hüte die Erinnerung an Gott. Denn die Erinnerung an Gott ist die Erinnerung an die Liebe. Die Liebe ist der kosmische Licht- und Wärmestrom, der die Welt ermöglicht, der Urklang im Herzen des Universums. Die Liebe lehrt uns, dass wir Kinder des Universums sind, zuhause und geborgen in der ewigen Ordnung aller Dinge.

~ Tagebuch eines Mystikers, 16.01.2019

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