Die vollkommene Verzückung nondualer Liebe

Strebe nach diesem Kuss des Geliebten, dieser Berührung der Lippen, die den bhakta verzückt und ihn in Gott verwandelt. Für denjenigen, der mit einem solchen Kuss gesegnet wurde, verschwinden die Welten, Sonne und Mond vergehen und selbst das Universum schmilzt dahin in einen unendlichen Ozean der Liebe. Das ist die vollkommene Verzückung nondualer Liebe.“ (The Complete Works of Swami Vivekananda, Volume 3, Lectures from Colombo to Almora, The Sages of India)

Anmerkung: der Kuss des Geliebten ist in der Philosophie des Vedanta der „Kuss der Selbsterkenntnis“, da Gott im nondualistischen Sinne unser innerstes Selbst ist. Der Vedanta-Lehrer James Swartz beschreibt das in seinem Buch Yoga der Liebe: Naradas Bhakti Sutra aus der Perspektive des Vedanta mit diesen Worten: „So wie Liebende, gefangen in der Agonie der Orgasmen, nicht mehr wissen, welcher Körper wem gehört, so sieht der bhakta keinen Unterschied mehr zwischen seinem Körper und dem Körper Gottes. Alle Dualität verschwindet und es bleibt nichts zurück als der süße Nektar ewiger Glückseligkeit.

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Swami Vivekananda. Er gilt als wichtigster Schüler des großen Meisters Sri Ramakrishna. Man sagt Ramakrishna (der von manchen als Avatar, Inkarnation Gottes verehrt wird) habe ihm seine spirituelle Kraft übertragen.  Im Jahr 1893 hat Vivekananda bei der internationalen Konferenz der Religionen („Parliament of World´s Religions“) in Chicago die indische Spiritualität (Yogalehre / Vedanta) im Westen vorgestellt.  Seitdem gilt er als einer der großen Brückenbauer zwischen Ost und West. 

Das sich selbst liebende Selbst

Selbsterkenntnis ist nichts anderes als das Verstehen, dass jede Erfahrung nichts anderes ist als das sich selbst liebende Selbst […] Die Freude ist immerwährend, weil du ewig bist und deine Natur Glückseligkeit ist.“ (James Swartz, Das Yoga der Liebe: Naradas Bhakti Sutra aus der Perspektive des Vedanta, S. 98 – 99)

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