Die Botschaft der Sterne

“Ein Mensch, der in die Einsamkeit gehen will, muß sich von seiner Wohnstube ebenso weit entfernen wie von der Gesellschaft. Ich bin nicht allein, während ich lese und schreibe, obschon niemand bei mir ist. Aber wenn ein Mensch allein sein will, laß ihn zu den Sternen aufblicken. Die Strahlen, die aus jenen himmlischen Welten kommen, werden ihn absondern von allem, was er berührt. Man möchte denken, die Atmosphäre wäre deshalb durchsichtig gemacht worden, damit dem Menschen in den himmlischen Körpern die immerwährende Gegenwart des Erhabenen gegeben sei. Aus den Straßen der Städte gesehen, wie großartig sind sie! Wenn die Sterne in tausend Jahren nur in einer einzigen Nacht erschienen, wie würden die Menschen glauben und bezeugen und durch viele Generationen die Erinnerung an die Gottesstadt bewahren, die sie erblicken durften! Aber diese Boten der Schönheit erscheinen jede Nacht und erleuchten das Universum mit ihrem mahnenden Lächeln. ”

― Ralph Waldo Emerson, Nature and Selected Essays

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Die Seele der Welt singt immer noch

… und die Seele der Welt, die Anima Mundi, singt immer noch, trotz der Vergesslichkeit der Menschen… sie singt immerzu und lobpreist den Herrn. Sei still und lausche…  die Melodie des Windes,  die Bewegung der Sonne und Sterne, die Gezeiten des Meeres, das Rauschen des Waldes, berührt vom Atemhauch der Ewigkeit, … alle Dinge erzählen nur von Ihm, dem Geliebten…

Das klare und ewige Licht der glückseligen Existenz

Jeder Moment der Kommunikation ist eine Bewusstseinserweiterung.  Wenn der Mensch mit Gott kommuniziert, dann wird seine innere Schau unendlich erweitert und grenzenlos ausgedehnt. Bis sie schließlich das ganze Universum in liebevoller Hingabe und Anbetung umfasst. Das Gebet ist eine spirituelle Technologie, welche das Herz des Menschen mit dem Licht des Gottesbewusstseins erfüllt und ernährt. Wenn das Gebet den Menschen nicht öffnet und weitet, dann ist es kein wahres Gebet. Die Meister des Gebets sind die Meister der Herzens-Öffnung. Darum betet Moses im Koran: Herr mache mir Raum in meiner engen Brust. 

Eng und begrenzt ist der Mensch, wo er Gott vergisst. Groß und weit ist er, wo er sich an Ihn erinnert. Denn wenn wir uns an Gott erinnern, dann erinnern wir uns gleichzeitig an unser Wahres Selbst, unsre innere Größe und machtvollen Seelenklang.  Jedes Gebet öffnet uns ein bisschen mehr dem Licht und transformiert den Menschen in einen Lichtmenschen. Vom Licht kommen wir und zum Licht kehren wir zurück. Wenn wir so leben, dass unser ganzes Leben ein einziges großes Gebet ist, welches alle Dinge und Wesen umfasst, alle Welten und Dimensionen, alle Stufen der Manifestation, ein allumfassendes Bewusstsein, dann haben wir wahre Meisterschaft erlangt, das klare und ewige Licht der glückseligen Existenz. 

Seeds of Contemplation: „Ich möchte beten wie Moses im Koran: Herr mache mir Raum im meiner engen Brust.“ Goethe, Brief an J. G. Herder aus Wetzlar, Juli 1772

Der Prozess des Aufwachens

Liebe ist die Motivation hinter jeder Sehnsucht. Im ganzen Leben versucht die Liebe, sich selbst zu entdecken. Wir kommen in diese Welt, und wir erfahren eine tiefe Vergesslichkeit. Wir schlafen. Alles, was von da an geschieht, ist der Prozess des Aufwachens zu der Tatsache, dass die Liebe uns hierher gebracht hat, dass wir von einer wohlwollenden unsichtbaren Realität geliebt werden und dass der Kern unseres Wesens die Liebe ist. Der ganze Zweck und die Bedeutung der Schöpfung ist es, das Geheimnis der Liebe zu entdecken. ~ Kabir Helminski, Das Wissende Herz: Ein Sufi-Pfad der Transformation

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Die spirituelle Schwingung wahrer Kunst

Es ist sehr faszinierend, wenn man erfährt, welche Gedanken der Arbeit eines Künstlers zugrunde liegen. Jean Delville ist besonders bemerkenswert, denn er wusste um die spirituelle Dimension der Kunst. Hier ein paar Auszüge aus seiner Schrift Mission de l’Art.“

„Die Idee, im metaphysischen oder esoterischen Sinn, ist die Kraft, die universale und göttliche Kraft, die die Welten bewegt, und ihre Bewegung ist der höchste Rhythmus, aus dem das harmonische Wirken des Lebens hervorgeht. Wo kein Gedanke ist, gibt es kein Leben, keine Schöpfung. Die moderne westliche Welt ist sich dieser ungeheuren Macht des Ideals nicht mehr bewusst, und die Kunst ist damit unvermeidlich degradiert worden. Diese Unkenntnis der schöpferischen Kräfte des Denkens hat jedoch alle modernen Urteile verdunkelt und auf den Materialismus gelenkt. Der Materialismus weiß nicht, wie Ideen und Gedanken schwingen und wie diese Schwingungen auf das Bewußtsein des Einzelnen einwirken. Und doch sind diese Schwingungen, obwohl sie für den größten Teil der Menschheit unsichtbar sind, in der Lage, einen erstaunlichen Einfluss auf die Mentalität des Menschen auszuüben und somit deren Entwicklung zu unterstützen. Vor den Werken des Genies empfängt das menschliche Bewusstsein geistige und spirituelle Schwingungen, die durch die Kraft der reflektierten Idee erzeugt werden. Je erhabener, reiner und erhabener ein Werk ist, desto mehr wird das innere Wesen, das mit den von ihm ausgehenden idealen Schwingungen in Berührung kommt, erhoben, gereinigt und erhaben gemacht. Der Künstler, der nicht idealistisch ist, das heißt, ein Künstler, der nicht weiß, dass jede Form das Ergebnis einer Idee sein muss, und dass jede Idee ihre Form haben muss, der Künstler kurz gesagt, der nicht weiß, dass Schönheit der leuchtende Begriff des Gleichgewichts in den Formen ist, wird niemals einen Einfluß auf die Seele haben, weil seine Werke wirklich ohne Gedanken sein werden, das heißt ohne Leben.“
Jean Delville: La Mission de l’Art, p. 11-12

„Das Werk der idealistischen Kunst ist daher das, was die drei großen Worte des Lebens in sich vereinen wird: das Natürliche, das Menschliche und das Göttliche. Um dieses ästhetische Gleichgewicht zu erreichen, das – ich freue ich mich dies zuzugeben – für niemanden erreichbar ist! – muss man in der Arbeit die reinste Idee auf intellektueller Ebene finden, die schönste Form innerhalb des künstlerischen Bereiches, und die perfekteste Technik in Bezug auf die Ausführung. Ohne eine Idee verfehlt ein Werk seine intellektuelle Mission, ohne Form verfehlt es seine natürliche Mission und ohne Technik verfehlt es sein Ziel der Perfektion.“
– Jean Delville: La Mission de l’Art, p. 35-36

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Jean Delville ~ Le Lac au Clair de Lune