Spiritualität bedeutet Lebendig-Sein

“Meiner Ansicht nach bedeutet Spiritualität, lebendig-sein. Ein geistiger Mensch, der zur Schönheit der Poesie erwacht ist, der für die Schönheit von Melodie und Harmonie empfänglich ist, der sich an Kunst erfreut und sich von der Schönheit der Natur begeistern lässt, der als lebendiges Wesen lebt, und nicht als ein totes, diesen Menschen kann man spirituell nennen. (S. 280)”

― Hazrat Inayat Khan, Meisterschaft: Spirituelle Verwirklichung in dieser Welt

 

 

Die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe in der Lehre der Sufis

„But if you want to love Allah you have to commit yourself to the love of humanity“ ~ Omid Safi

Wenn Du Gott lieben willst, musst du dich der Liebe zu der Menschheit verpflichten. Bruder Omid spricht die Wahrheit. Die Liebe zu Gott ist die Liebe zum Menschen und die Liebe zum Menschen ist die Liebe zu Gott, denn der Mensch ist das Bild Gottes auf Erden. Es gibt keine Gottesliebe ohne Nächstenliebe.

Himmel und Hölle beginnen auf der Erde

„Himmel und Hölle sind keine weit entfernten Reiche. Der mit glühender Kohle gepflasterte Weg der Hölle beginnt ebenso wie der Spaziergang durch den Garten des Himmels auf der Erde. Auf deinem Lebenspfad wirst du Bewohnern des Höllenschlunds und Stammgästen des Paradieses begegnen. Und du wirst sehr viele treffen, die mit einem Bein in der Hölle und mit dem anderen im Paradies stehen. Die Leute des Feuers brennen ungern allein. Sie werden deshalb versuchen, dich mit ins Feuer zu ziehen. Sie werden dich mit verlockenden Angeboten in Versuchung führen, damit du dich zu ihnen gesellst. Weist du sie ab, werden sie Hohn und Spott über dich ausgießen, bis dein Zorn entflammt ist. Gib ihnen nicht nach! Beantworte ihre Beschimpfungen nicht mit deiner Schmähung, denn sonst fällst du selbst in den Abgrund. Rufe Allah (den Einen Unendlichen Schöpfer) an, der uns erhebt, der alles Schlechte von uns abwendet. Bleibe im Zustand der Ruhe, dann wirst du keinen Schaden erleiden. Selbst wenn ein Feind die Macht erlangt hat, deinen Körper zu verletzen, so kann er doch deinen Geist, dein Herz und deine Seele nicht berühren.”  ~ Pir Zia Inayat-Khan, Ritterliche Tugenden im Alten Orient: Edelmut, Tapferkeit und mystische Suche, S. 77