Ich bin der Spiegel des Universums

Ich bin der Spiegel des Universums

Ich bin der Spiegel des Universums
Denn ich bin ein Mensch.

Ich bin der Ozean der Wahrheit
Denn ich bin ein Mensch.

Der Mensch und die Wahrheit sind Eins
Was du suchst, findest du im Menschen

Der Mensch besteht aus Erkenntnissen
Denn ich bin ein Mensch.

Ich könnte die Thora schreiben
Die Bibel könnte ich in Verse fassen
Den verborgenen Gehalt des Koran erfühle ich
Denn ich bin ein Mensch.

Ich, Daimi bin ein Trümmerhaufen
Ich bin die Erde unter den Füßen
Ich bin ein Instrument, durch dessen Klang Gottes Liebe auf tönt.
Denn ich bin ein Mensch.

~ Aşık Daimi (1932-1983), alevitischer Dichter

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Sufi Music, Celtic Music

Eine spannende Idee: die Verbindung von keltischer Musik mit Sufi-Musik von Yasmeen Amina Olya 🙂 Möge sie noch viel wunderbare Musik machen. Gott ist schön und er liebt die Schönheit! http://www.yasmeensong.com/ Yasmeen singt in einer intuitiven Sprache und geht den spirituellen Weg des Sufismus.

Hier erklärt sie ihre Musik und Kunst.

 

Die Umweltkrise ist eine spirituelle Krise

Diejenigen, die versuchen Religion und Leben zu trennen, sind weit abgeirrt von dem geraden Weg, der Lebensweise im Einklang mit der wahren Natur der Realität. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass sich der moderne Mensch von der gottgegebenen ursprünglichen Natur (fiṭra) entfernt hat.  Möglicherweise können die Probleme der Moderne nur gelöst werden, wenn wir zu diesem Fehler am Anfang der Rechnung zurückkehren und ihn berichtigen, sodass wir wieder ein Gleichgewicht zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen, dem säkularen und dem sakralen Leben erlangen, wie es im Bild vom Lebensbaum und dem Garten Eden sichtbar wird. Viele Menschen fühlen den Schmerz unserer Not leidenden Erde, aber wir werden sie nur schützen und bewahren können, wenn es einen grundlegenden Bewusstseins- und Wertewandel gibt. Spiritualität und Ökologie gehen dabei Hand in Hand.

„Wer wirklich hinschaut, was mit unserer Erde geschieht – und es fällt schwer, sich anzusehen, was mit unserem Wasser, unserer Luft, unseren Bäumen und allen anderen Mitgeschöpfen auf dieser Erde geschieht –, dem wird eines klar: Es ist nahezu unmöglich, uns diesen enormen vor uns liegenden Aufgaben zu stellen, es sei denn, wir sind verwurzelt in einer spirituellen Praxis, die das Leben als heilig ehrt und uns dazu ermuntert, in freudiger Gemeinschaft mit allen Mitgeschöpfen zu leben.“
~ Joanna Macy, Das Ergrünen des Selbst

Mit anderen Worten: es ist an der Zeit Religion und Ökologie zu einer spirituellen Ökologie zu verbinden, denn die Umweltkrise ist eine spirituelle Krise. Die spirituelle Ökologie geht davon aus, dass es einen inneren Zusammenhang von Geist, Natur und Mensch gibt. Nur wenn wir uns an die Heiligkeit der Natur erinnern, uns wieder bewusst mit der Weltseele (anima mundi) verbinden, können wir die ökologische Krise überwinden. Das Seelenheil des Menschen und der Naturschutz sind unzertrennlich miteinander verbunden, denn die Erde ist die Mutter allen Lebens, ein heiliger, atmender und pulsierender Organismus, ein Teil der lebendigen Einheit, der wir angehören.  Es gibt kein Wohlergehen der Seele ohne das Wohlergehen der Erde und vice versa. Die Menschheit steht nun vor der Wahl den Kreislauf der gegenseitigen Zerstörung, die Spirale der Negativität fortzuführen oder eine radikale Umkehr zu vollziehen, wie es beispielsweise Eckhart Tolle in seinem Buch Eine Neue Erde (Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung)   formuliert.

„Ein weiterer Aspekt der kollektiven Funktionsstörung, an der die Menschheit krankt, ist die beispiellose Gewalt von Menschen gegenüber anderen Lebensformen und der Erde selbst – die Zerstörung Sauerstoff produzierender Wälder und anderer Vertreter der Fauna und Flora, die Tierquälerei in der industriellen Landwirtschaft, die Vergiftung der Flüsse und Meere und die Verschmutzung der Luft. Von Gier getrieben und ohne ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Ganzen, bleiben die Menschen beharrlich bei einem Verhalten, das nur in ihre eigene Vernichtung führen kann (wenn ihm nicht Einhalt geboten wird.“ (Eckhart Tolle, Eine Neue Erde, S. 22)

 

Der katholische Theologe und Kulturhistoriker Thomas Berry schreibt: „Wir stehen vor einer einzigen Aufgabe: Überleben. Es geht nicht nur um das physische Überleben, sondern das Überleben in einer erfüllten Welt, das Überleben in einer lebendigen Welt, in der die Veilchen im Frühling blühen, in der die Sterne geheimnisvoll auf uns herabscheinen, es geht um das Überleben in einer sinnerfüllten Welt.“  (Thomas Berry, Spiritual Ecology, Kapitel 2) die ökologische Krise ist nicht nur ein äußeres Problem, denn sie verweist auf ein sehr viel tieferes Problem: eine Erkrankung des Herzens. Politische Programme werden darum nicht genug sein. Wir werden nicht vorbei kommen an einer schonungslosen, wahrheitsgemäßen Betrachtung der Symptome dieser geistigen Erkrankung des Herzens, um dem Patienten – der ganzen Menschheit – die passende „Medizin des Herzens“ verabreichen zu können. Hier geht es um nichts geringeres, als einen Prozess der Umkehr, den die Sufis Tauba nennen (ein „neues Ausrichten des Herzens“, „ein spirituelles Erwachen“) etymologisch ist der Begriff Tauba verwandt mit dem hebräischen Wort tešûbah (תשובה), das im Judentum in etwa die gleiche Bedeutung hat („sich wenden, zurückkehren, sich bekehren, sich zuwenden“) und im Neuen Testament finden wir den Begriff der metanoia (μετάνοια)
womit eine Umkehr des Denkens und eine Neuorientierung in der Seinsweise gemeint ist.

„Ich glaube, die größte Gefahr, der wir heute gegenüberstehen, ist der Verfall des Ökosystems, von dem unser Leben abhängt. Die Lebenssysteme, die uns tragen, lösen sich auf. Arten sterben unvorstellbar schnell aus und das ist kein Zufall. Es ist das Resultat unsres Lebensstils.“ (Pir Zia Inayat Khan)

Wie viel mehr Zeichen benötigen wir, damit wir unsren Lebensstil überdenken? Tauba ist allerdings nicht nur eine Umkehr des Menschen zu Gott, sondern gleichzeitig die gnadenvolle und segensreiche Hinwendung Gottes zu den Menschen. Es gibt also eine Korrelation zwischen menschlicher und göttlicher Tauba. So heißt es explizit in Sure 5:39: „Wer nach seiner Unrechtstat umkehrt (tāba) und sich bessert, dem wendet sich auch Gott gnädig wieder zu (innā Llāha yatūbu ʿalaihi).“ – wenn der Mensch umkehrt, so kann er jederzeit die göttliche Gnade erwarten, da der Unendliche Eine Schöpfer der Sich-Gnädig-Zuwendende (at-tauwāb) und Barmherzige (ar-raḥīm) ist. Da einer der göttlichen Namen tauwāb ist, bedeutet das, dass der Schöpfer immer wieder bereit ist, sich den Menschen gnädig zuzuwenden und ihre Umkehr anzunehmen. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Wenn uns die großen sakralen Traditionen der Menschheit eines lehren, dann dies: Wiedergutmachung, Heilung, Vergebung, die Wiederherstellung der inneren und äußeren Gesundheit und Harmonie ist möglich.

Literaturempfehlungen:

* Thomas Berry, Dreamer of the Earth: The Spiritual Ecology of the Father of Environmentalism

*Spirituelle Ökologie: Der Ruf der Erde

*Purification of the Heart: Signs, Symptoms and Cures of the Spiritual Diseases of the Heart (Hamza Yusuf)

*Medizin des Herzens: 99 Heilungswege der Sufis

*Das Wilde und das Heilige: The Great Work – Unser Weg in die Zukunft

*The Sacred Universe: Earth, Spirituality, and Religion in the Twenty-First Century

#Gedanke: Jesus, Archetyp des Magiers

Wunderbar gesagt 🙂

hagenunterwegs

„Jesus (Chritus) ist ein klassischer (Archetyp) Magier,
besonders in der Bergpredigt und in seinen Gleichnissen.

Dogmatiker und Exegeten wissen nicht,
was sie damit anfangen sollen,
weil man daraus kein Dogma machen kann.

Jesus ist viel mehr Magier oder Schamane
als Theologe oder Prediger
einer institutionalisierten Religion.

Er benennt die Realität,
er treibt die Dämonen und das Dunkle aus,
er weist auf das Licht
und feiert es.“

(Richard Rohr)

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Die Botschaft der Sterne

“Ein Mensch, der in die Einsamkeit gehen will, muß sich von seiner Wohnstube ebenso weit entfernen wie von der Gesellschaft. Ich bin nicht allein, während ich lese und schreibe, obschon niemand bei mir ist. Aber wenn ein Mensch allein sein will, laß ihn zu den Sternen aufblicken. Die Strahlen, die aus jenen himmlischen Welten kommen, werden ihn absondern von allem, was er berührt. Man möchte denken, die Atmosphäre wäre deshalb durchsichtig gemacht worden, damit dem Menschen in den himmlischen Körpern die immerwährende Gegenwart des Erhabenen gegeben sei. Aus den Straßen der Städte gesehen, wie großartig sind sie! Wenn die Sterne in tausend Jahren nur in einer einzigen Nacht erschienen, wie würden die Menschen glauben und bezeugen und durch viele Generationen die Erinnerung an die Gottesstadt bewahren, die sie erblicken durften! Aber diese Boten der Schönheit erscheinen jede Nacht und erleuchten das Universum mit ihrem mahnenden Lächeln. ”

― Ralph Waldo Emerson, Nature and Selected Essays

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Die Seele der Welt singt immer noch

… und die Seele der Welt, die Anima Mundi, singt immer noch, trotz der Vergesslichkeit der Menschen… sie singt immerzu und lobpreist den Herrn. Sei still und lausche…  die Melodie des Windes,  die Bewegung der Sonne und Sterne, die Gezeiten des Meeres, das Rauschen des Waldes, berührt vom Atemhauch der Ewigkeit, … alle Dinge erzählen nur von Ihm, dem Geliebten…

Das klare und ewige Licht der glückseligen Existenz

Jeder Moment der Kommunikation ist eine Bewusstseinserweiterung.  Wenn der Mensch mit Gott kommuniziert, dann wird seine innere Schau unendlich erweitert und grenzenlos ausgedehnt. Bis sie schließlich das ganze Universum in liebevoller Hingabe und Anbetung umfasst. Das Gebet ist eine spirituelle Technologie, welche das Herz des Menschen mit dem Licht des Gottesbewusstseins erfüllt und ernährt. Wenn das Gebet den Menschen nicht öffnet und weitet, dann ist es kein wahres Gebet. Die Meister des Gebets sind die Meister der Herzens-Öffnung. Darum betet Moses im Koran: Herr mache mir Raum in meiner engen Brust. 

Eng und begrenzt ist der Mensch, wo er Gott vergisst. Groß und weit ist er, wo er sich an Ihn erinnert. Denn wenn wir uns an Gott erinnern, dann erinnern wir uns gleichzeitig an unser Wahres Selbst, unsre innere Größe und machtvollen Seelenklang.  Jedes Gebet öffnet uns ein bisschen mehr dem Licht und transformiert den Menschen in einen Lichtmenschen. Vom Licht kommen wir und zum Licht kehren wir zurück. Wenn wir so leben, dass unser ganzes Leben ein einziges großes Gebet ist, welches alle Dinge und Wesen umfasst, alle Welten und Dimensionen, alle Stufen der Manifestation, ein allumfassendes Bewusstsein, dann haben wir wahre Meisterschaft erlangt, das klare und ewige Licht der glückseligen Existenz. 

Seeds of Contemplation: „Ich möchte beten wie Moses im Koran: Herr mache mir Raum im meiner engen Brust.“ Goethe, Brief an J. G. Herder aus Wetzlar, Juli 1772